Grenzsteintrophy 17.06.2015 und 17.06.2017

 

Zurück zur Platte!!! Das war das Motto in diesem Jahr.

Zurück zur Platte??? Ich hatte keine Ahnung ob es da irgend einen Unterschied zu den Grenzsteintrophys der Vorjahre gab.  

Die Platten sind eigentlich Lochplatten mit 8x20cm Löchern in Längsrichtung. Ein MTB Reifen passt genau hinein

Auf jeden Fall gab es reichlich Platte. Platte garniert mit hüfthohen Brennesseln oder anderem Gestrüpp, querliegenden Bäumen, oder der Plattenweg war auf einmal ganz verschwunden und man stand vor einer Wand, einem Zaun, einem Feld, einem Bauarbeitertrupp, oder, oder, oder.

Manchmal ging nichts mehr und man musste den Track verlassen. Doch zu etwa 99% bin ich dem Track gefolgt.

Ich hab keine Ahnung wie viele Stunden ich mein Rad auf dieser Tour getragen oder geschoben habe. Auf jeden Fall waren es Viele.

Es war meine erste GST-Teilnahme.

Über neun Tage habe ich für die 1300km und über 20 000Hm gebraucht.

 

Sechs Tage davon war ich allein. Ab Tag sieben ging es zu zweit weiter bis an den Ostseestrand.

Es war eine verregnete kühle Woche mit 8°C im Harz und 2°C auf dem Brocken.

Geschlafen habe ich meistens direkt an der Strecke in meinem Biwaksack von der Bundeswehr. Einmal habe ich mir in Braunlage eine Pension gegönnt und einmal war es der Tanzsaal einer Kneipe.

 

Der Tag vor dem Start

In Pabstleithen wurde wieder extra die Kneipe "Zur alten Kleintierschänke" aktiviert. Dort fanden sich die meisten Teilnehmer am Abend vor dem Start ein.

Mein GST-Rad

 

Tag 1

172Km und 3750Hm

Am Mittwoch ging es dann nach ein paar Ansprachen und Gruppenfotos um 08:15 Uhr los.

An diesem Tag war das Wetter zum Fahren sehr angenehm.

Ich hatte auf den ersten 30 Km etwas Probleme mit meinem Navi. Ich fuhr irgendwie im Kreis und merkte es garnicht. Wäre mir Walter nicht über den Weg gefahren, ich wäre wahrscheinlich dort heute noch am kreiseln.

Nachdem ich im Navi dann die Hintergrundkarte abgeschaltet habe konnte ich den Track wieder eindeutig erkennen.

In Fürth am Berg aß ich Abendbrot in einer Pizzaria.

Zum Tagesabschluß zerstach mir noch ein Bleistiftdicker Ast meinen Hinterradschlauch. Nach drei erfolglosen Flickversuchen mußte ich ihn entsorgen und hatte nur noch drei Flicken.

Geschlafen habe ich dann auf einer Wiese in meinem Biwaksack.

 

Tag 2

154Km und 3000Hm

Früh um 4:30 Uhr Regen. Ich kroch schnell aus meinem Biwaksack und packte meine Sachen.

Es regnete bis etwa 15:00Uhr ununterbrochen.

Meine billige Digicam hat den Regen leider nicht überlebt, also keine Bilder.

Bei Sternberg habe ich in einer Gaststätte Abendbrot gegessen.

Übernachtet habe ich in einer Umkleidekabine auf einem Campingplatz bei Irmelshausen.

Die letzten Bilder meiner "sterbenden" Kamera.

 

Tag 3

116Km und 3350Hm

Der Pannentag. Einmal vorn platt und zweimal hinten platt. Da waren alle Flicken weg und ich hatte auch nur noch einen Ersatzschlauch. Die Besorgung von Flickzeug brachte 15 Zusatzkilometer.

Mein Abendbrot musste ich in Ketten zu mir nehmen. Zur Auswahl stand Bratkartoffeln mit Geschnetzeltem oder eine kalte Platte. Auf kalte Platte hatte ich irgendwie keine Lust, davon hatte ich in letzter Zeit genug - also Bratkartoffeln.

Um 20 Uhr begann es wieder zu regnen. Neben einem Holzstapel baute ich mein Tarp auf, legte den Biwaksack in das nasse Gras, Isomatte und Daunensack hinein - alles gut.

 

Tag 4

95Km und 2100Hm

Früh regnete es immer noch. Im Biwaksack war aber alles trocken.

Um 8:00 Uhr hörte der Regen endlich auf.

Die ehemalige "US-Kaserene"  hinter Point Alpha hatte um 8:45 Uhr noch geschlossen. Doch eine Mitarbeiterin nahm mich trotzdem schon mit in die Kantine.

Das war der Tag an dem ich nicht vorwärts kam.

Kurz hinter Vacha kam ich nicht weiter weil Bauarbeiter mich nicht auf den Weg über die Naturtreppe liessen. Ich hab mich dann nach einer Alternative durchgefragt und wurde in alle Himmelsrichtungen geschickt. Doch plötzlich fuhr der Bauarbeiterbus an mir vorbei. Haben die etwa schon Feierabend? Also schnell zurück und die Treppe hoch.

In Lauchroden durfte ich noch ewig auf das Abendessen warten weil die Gastwirtin mal "kurz" nach hause musste.

Hab dann noch einen schönen Biwakplatz gefunden und trocken war es auch.

Die Treppe hinter Vacha

 

Tag 5

118Km und 3500Hm

Der Tag an dem ich auftanken musste.

Heute war essen angesagt. So langsam nagte die Tour an der Substanz. Also wird heute überall gefuttert wo es was zu futtern gibt.

Mittag in Asbach-Sickenberg (Thüringer Klösse und Rinderroulade).

Ab 19:00 Uhr fing es wieder an zu regnen und es ging, wie jeden Tag, wieder mal zu Fuß durch hüfthohes Grünzeug.

Abendbrot in Immingerode (300 Gramm Steak mit richtigen Kartoffeln).

Übernachtet habe ich dann in einer Schutzhütte mit super Aussicht - herrlich.

 

Tag 6

94Km und 2200Hm

Der Sch..tag.

Es regnet schon fast den ganzen Tag. Um 16:00 Uhr erreiche ich die B27 bei Braunlage. Es sind 8°C und es regnet. Auf dem Brocken sind es zu dem Zeitpunkt nur 2°C und Schneeregen.

Ich fahre nun schon die ganze Zeit allein und ich habe auch nie Spuren gesehen die darauf schließen lassen, daß ein GST-Teilnehmer vor mir fährt.

Also was soll`s. Links um, nach Braunlage und ab in die erste Pension.

Die Pension Mona Lisa war ein Volltreffer. Der Besitzer hat sogar extra die Heizung angeworfen als ich ihm erklärt habe in welcher Angelegenheit ich unterwegs bin.

Eine halbe Stunde später saß ich auch schon frisch geduscht beim Abendbrot bei Hasseröder und Wurstbrötchen - die Welt war wieder in Ordnung.

 

Tag 7

150km und 1700Hm

Am Früchstückstisch zwei Gedecke??

Ein weiterer GST-Fahrer (Klaus) traf um 19:00 Uhr in der Pension ein. Bis Travemünde ab nun zu zweit.

Bei Nieselregen und 4°C ging es los. Zum Glück ging es gleich hoch auf den Brocken. Oben auf dem Brocken dann nur noch 2°C und Niesel. Unten an der Eckertalsperre schien aber wieder die Sonne.

Ab und zu gab es an diesem Tag noch mal ein paar Regenschauer und ich hatte noch mal eine Panne am Hinterrad.

In Weferlingen aßen wir Abendbrot und bei Bösdorf fanden wir einen schönen Biwakplatz neben einem Sportplatz.  

Auftanken kurz hinter der Eckertalsperre

 

Tag 8

175Km und 800Hm

Der Tag lief ohne Probleme - fast.

Im Bürgerholz Salzwedel ging es über einen langen  Bohlensteg, oder das was noch davon übrig war. Der Steg war eigentlich schon gesperrt und das war auch besser so. Wir sind drüber, wegen dem Kodex und so.

Zuletzt ging es noch am Atommüll Zwischenlager bei Gorleben vorbei.

In Gedelitz Abendbrot im Gasthof Wiese (super gemütliche Kneipe). Wir durften im Tanzsaal übernachten und eine warme Dusche gab es auch.

 

Tag 9

148Km und 1300Hm

Erst mal Frühstück im Gasthof Wiese.

Mal wieder ein normaler GST-Tag mit Schiebepassagen über den zugewachsenen Plattenweg.

Ab Hitzacker ging es kreuz und quer entlang der Westseite der Elbe. Stellenweise gab es keinen Weg, schon gar keinen Plattenweg, denn hier war der ehemalige Westen.

Auf dem Campingplatz Salemer See schlugen wir unser Biwak auf. Die Campingplatzverwalterin war, trotz der späten Stunde, überaus freundlich und hilfsbereit.

Hinter Hitzacker. Blick über die Elbe von West nach Ost.

Mein Tarp und mein Biwaksack

Das Vaude von Klaus

Zeltplatz Salemer See

 

Tag 10

81Km und 800Hm

05:30 - Wecken durch die Campingplatzverwalterin. Sie hat Kaffe, belegte Brote, Eier und ein paar Gurken für uns mitgebracht - ein Engel.

Heute kommen wir an.

Eigentlich hatten wir jede Menge Zeit, doch wir wollten ankommen.

Um 12:00 Uhr rollten wir unsere Vorderräder in die Ostsee - GST geschafft.

Am Ziel Priwall Travemünde

 

siggi

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